Der finale Auszugstag – oder: Was ist an „final“ eigentlich nicht zu verstehen?

Der Plan für heute lautet: bis in die Puppen schlafen, dann gemütlich frühstücken. Klappt nicht so ganz. Denn heute ist D-Day. Oder eher A-Day. Also Auszugstag. Und prompt: Die Uhr zeigt knapp nach 11, da kommen die ersten Wasserstandsmeldungen aus Düsseldorf. Er will das und jenes nicht mitnehmen, es wäre anders abgesprochen, hick, hack, hin, her … Klare Ansage von mir: Mitnehmen, den ganzen alten Scheiß! Denn was, bitte, soll ich damit? Und abgesprochen war ohnehin nichts.

Zur Erinnerung: Er hatte mir vor ein paar Wochen in einer Mail seine Überlegungen hingerotzt, wie wir den Hausstand aufteilen: sein Büro und den Wohnzimmerfernseher – übrigens ein Geschenk meiner Mutter – für ihn, ich den ganzen Rest. Er wolle mir nichts rausreißen, hätte mir ja genug wehgetan, blablabla … Auf die Idee, mal nachzufragen, ob ich mit seinem Vorschlag einverstanden bin, ist er natürlich nicht gekommen. Darauf, dass ich die alten gemeinsamen Möbel auch ersetzen möchte, mal gleich gar nicht.

Auszugstag – warum schön, wenn es auch unschön geht

Versuch eines Telefonats, wo er nach ein paar Sekunden auflegt. Klar. Konfliktfähig war er noch nie. Einfach gehen oder schweigen oder schmollen – das waren schon immer seine Paradedisziplinen. Jetzt also: wegdrücken. Aus die Maus. Sein Wille geschehe …

11 bis 14 Uhr – dieses Zeitfenster hatte er zur Verfügung. Haben er und seine Helferlein auch geschafft. Zumindest zeitlich. Und natürlich ausschließlich nach seinen Vorstellungen. Denn als ich nach Hause komme, zeigt der Gang durch meine Wohnung: Von meiner Mitnahmeliste ist nur der Punkt „Büro“ abgehakt. (Und dafür brauchen vier Leute drei Stunden? Öhm …) Pax noch da, Kommode noch da, Regalmüll unterm Bett noch da, altes Technikgedöns überall, vertrocknete Pflanzen in hässlichen Terrakotta-Töpfen und sein Bierkasten auf dem Balkon, Couch samt Kissen ebenfalls. Im Keller zig Kisten mit Büchern, Dias und Weihnachtskugeln seiner Eltern (sic!), Koffer und anderes Gedöns. Kurz: Alles, was er nicht mehr wollte, gammelt hier noch rum. Das Beste: Er meint allen Ernstes, mir mit dem abgerockten Kram einen Gefallen zu tun, mir was zu „schenken“ … O-Ton: „Ich lasse dir alles da und du reagierst so. Wenn du das Sofa und die Techniksachen nicht willst, verschenke sie.“ HÄ???

Nur mal so zum Mit-drüber-Nachdenken

Er betrügt mich, wird von mir rausgeschmissen – und ICH soll mich für MEINEN Neustart über diese „Geschenke“ freuen? ICH soll mich darum kümmern, dass sein ganzes Gelump die Wohnung und den Keller verlässt? Gedankenendlosschleife: Was stimmt denn mit dem nicht? Ein paar Stunden später feiert er sich und sein #newlife auf Instagram. Hashtaggt was von #umzugschaos. Nee, das Chaos habe ICH. Eben weil sein ganzer Kram hier noch rumsteht. Muuuuuaaaaah!!! Jetzt geht’s halt doch nur mit Anwalt. Damit er endlich seinen Teil der Wohnung kündigt (ist natürlich immer noch nicht geschehen) und WIRKLICH final seine Möbel abholt.

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